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William Shakespeare

 

William Shakespeare wurde am 26. April 1564 in der evangelischen Stratforder Pfarrkirche getauft, somit ist sein Geburtstag wahrscheinlich der 22. April (nach dem neuen, gregorianischen Kalender der 4. Mai). Genaues weiß man nicht.

Der Großvater des Dichters, Richard Shakespear, hatte ein Landgut in der Nähe von Stratford.
Der Name Shakespear, wie er in allen öffentlichen Unterlagen geschrieben wird, oder Shakespere, wie der Dichter seinen Namen selbst in den fünf erhaltenen eigenhändigen Unterschriften schrieb, bedeutet auf deutsch etwa soviel wie Speerträger, Speerschwinger oder Speerschüttler, was auf Vorfahren wie Landsknechte oder "Polizisten" hinweist.
Die Shakespeares, von denen wir wissen, gehörten den niederen Ständen an und waren Handwerker oder Ackerbauern.

Shakespears Vater, John Shakespesr, siedelte mit etwa 21 Jahren im Jahr 1551 nach Stratford. Dort arbeitet er als Wollhändler, Handschuhmacher und Fleischhändler und nutzte wahrscheinlich die Produkte des Gutes seines Vaters. Er bringt es zu Wohlstand und heiratet 1557 die jüngste Tochter, Mary Arden, des wohlhabenden, dem niederen Adel angehörenden Robert Arden und wurde nacheinander Polizeimeister, Ratsherr (Alderman) und Bürgermeister von Stratford. Von seinen acht Kindern waren die zwei ältesten Mädchen und das Dritte, zu seiner Großen Freude, ein Junge, welchen er auf den Namen William taufen lies.
William wuchs in dem weltabgeschiedenen Landstädtchen Stratford auf, was zur damaligen Zeit ca 1.500 Einwohner hatte. Doch in dem benachbarten Coventry gab es die berühmten Mysterienspiele zu bestaunen, das nahegelegene Kenilworth sah glänzende Hoffeste zu Ehren der Anwesenheit Königin Elisabeths I. Stratford war bei den umherziehenden Schauspielertruppen sehr beliebt, die dort häufig Rast machten und ihre Künste zeigten.
Möglicher Weise waren diese Eindrücke für sein späteres Leben bestimment.
Um 1571 besuchte er die Statforder Lateinschule. Dort las er unter anderem Ovid und andere römische Dichter in der Ursprache und erwarb sich so genügende historische und allgemeine Kenntnisse, so dass er doch eine gewissen Grad an Bildung hatte und nicht so ungebildet war, wie es oft hingestellt wird.
 

Angeblich verließ er die Schule früh, da die Vermögensverhältnisse seines Vaters doch erheblich verschlechtert hatten.
Entweder kam er zu einem Fleischer in die Lehre oder als Schreiber zu einem Advokaten. Genaues ist nicht überliefert.
William war kein tugendhafter Musterjüngdling. Er war der Anführer der Jugend bei großen Biertunieren und auch sonst ein guter Zecher. Und er soll nicht nur ab und zu einen "Kater" sonder auch das ein oder andere Wildbret aus den Nachbarswäldern mit nach Hause gebracht haben. Für diese Wilderei sollen ihn die Besitzer eingesperrt und auch das ein oder andere mal ausgepeitscht haben. Als Rache verfasste er Spottgedichte. Mit der Zeit wurde ihm der Boden in Stratford zu heiß und der achtzehnjährige heiratet überstürzt die acht Jahre älteren Bäuerin Anna Hathaway, die wenige Monate später ein Kind bekam, was die überstürzte Heirat erklären würde. Im Febraur 1585 bekam seine Frau nochmals Zwillinge. Kurz nach der Geburt verschwand er wahrscheinlich bei Nacht und Nebel nach London. Möglicher Weise, mit der Absicht, Schauspieler zu werden.

In dem London Shakespears lebten ca 250.000 Menschen. Nach einiger Zeit trat Shakespeare der Theatergruppe, die sich um Richard Burbadge scharte, unter dem patronat des Grafen Leicester, später unter dem verschiedener anderer Granden stand und nacheinander im alten "Theater", in der "Rose", im "Globus" und im Blackfriarstheater spielte, bei.
Als Schauspieler war Shakespeare nicht allzu bedeutend. Er soll u.a. den Geist im "Hamlet" und den Pater Lorenzo im "Romeo" gespielt haben, also keine großen Rollen. Aber als Regisseur und Dichter war er für die Theatertruppe von größtem Wert und es dauerte nicht lange, bis das er über reichlich Einnahmen verfügte, die er teils in London, teils in Stratford anlegte.
Shakespear war Mitbesitzer des Globe- und Blackfriarstheaters, kaufte sich später ein Haus mit Garten und besonders in seiner Heimatstadt ein. Hier gehörten ihm bald Häuser und Äcker, so dass er am Ende der wohlhabendste Mann und größte Grundbesitzer von Stratford war.
Mit seiner Familie war es nach 1590 wieder aufwärts gegangen und sie erhielt sogar ein Wappen und wurde in die Gentry, den niederen Adel, aufgenommen.
Er war ein praktischer und energischer Geschäftsmann. Er verlieh Geld mit Zinsen, was damals mehr oder minder als Wucher galt und verklagte säumige Schuldner.
Verhältnismäßig früh zog sich Shakespeare von der Bühne zurück und wohnte ab 1610 wieder fest in Stratford.
Von Krankheit geplagt, hatte er ein ausführliches Testament gemacht, das, mit Änderungen und Nachträgen versehen, im März 1616 von fünf Zeugen durch Unterschrift bekräftigt wurde.
Wenige Wochen nach der Ausfertigung des Testaments, am 23. April 1616, starb Shakespeare. Am 25. April wurde er in der Pfarrkirche in Stratford beigesetzt.
Auf seiner Grabplate stehen die vielleicht von ihm selbst dafür gedichteten Worte:

"Gutfreund, bei Jesus! störe du
Nicht diesen Staub in seiner Ruh:
Gesegnet, wer ihn ehrt, den Stein;
Verflucht, wer rührt an mein Gebein."

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